Hallgartener SPD plant den Generationswechsel
Johann Klein will Ernst-Peter Bayer auf Bürgermeistersessel ablösen
Johann Klein (58) ist der Kandidat der Hallgartener SPD für das Amt des Ortsbürgermeisters. Ernst-Peter Bayer, seit 20 Jahren an der Spitze der Gemeinde und seit 30 Jahren im Gemeinderat vertreten, zieht sich in den "kommunalpolitischen Ruhestand" zurück. Zurückziehen wollen sich auch SPD-Urgesteine wie Rudolph Schuster nach 34 Jahren Ratsmitgliedschaft und Richard Jost nach 25 Jahren. Es kündigt sich also ein Generationenwechsel an. Angefangene Projekte im Rahmen der Dorferneuerung fortzusetzen, das ist ein Anliegen von Johann Klein. Er räumt allerdings ein, dass sich die Vorhaben an der Haushaltslage orientieren müssen, und die ist in der Nordpfalzgemeinde defizitär. Für eine bessere Einkommensstruktur fehle Gewerbe. Das Vereinswesen im Ort ist für den staatlich geprüften Bautechniker im Vorruhestand ebenfalls ein wesentliches Element in der Dorfgemeinschaft. Er selbst engagiert sich als Vorsitzender bei den "Burgfreunden Montfort", möchte zudem den Gesangverein wieder aufleben lassen und ist hinter den Kulissen ein starker Mitstreiter in der Faschingskampagne. Ein weiteres Ziel für Klein, der verheiratet ist und eine 17-jährige Tochter hat, ist die konstruktive Zusammenarbeit mit allen Fraktionen im Rat. Es falle ihm nicht leicht, "in so große Fußstapfen zu treten". Mit Blick auf die Gebietsreform warnte er davor, in alte Strukturen zurück zu fallen. Er sei aber sehr daran interessiert, mit den Nachbarn in Obermoschel zu kooperieren. Als gebürtiger Hallgartener möchte er aber im Kreis Bad Kreuznach bleiben. Kandidat Ernst-Peter Bayer schlug Johann Klein selbst vor. "Er ist der richtige Mann." Bayer unterstrich, wie tief verwurzelt Klein im Dorfgeschehen sei, außerdem stets vor Ort sei, viele Jahre als Beigeordneter die Geschicke der Gemeinde mitgeleitet habe und daher qualifiziert sei. Mit einem Seitenhieb auf Mitbewerber für das höchste Amt in der Gemeinde Hallgarten kritisierte Vorsitzender Engelbert Jost Kandidaten, die diese Position nach Feierabend ausüben wollen oder als "zweites Standbein" nutzen wollen. Jost betonte, die SPD sei seit zwanzig Jahren stärkste Partei im Rat und möchte es wieder werden. Vieles sei in den zwei Jahrzehnten angepackt worden. Jost erinnerte an die Schaffung von Wohnraum im Neubaugebiet, den Bau des Feuerwehrgerätehauses, des Kindergartens, der Friedhofshalle oder auch an den Ausbau der Landesstraße und von Gemeindestraßen sowie die Neugestaltung des Marktplatzes. Wie ihrem Kandidaten für das Amt des Ortsbürgermeisters schenkten alle Stimmberechtigten in der Mitgliederversammlung ihr 100-prozentiges Vertrauen auch der vom Vorstand aufgestellten Liste für den Gemeinderat. Die SPD-Fraktion hatte bei der Kommunalwahl 2004 fünf Mandate erhalten (39,46 Prozent) - eben so viele wie die CDU (38,91 Prozent). Die FWG hatte zwei Sitze (21,63 Prozent) erhalten. Die Bewerberliste führen Kandidat Johann Klein und Vorsitzender Engelbert Jost an.
Quelle: Allgemeine Zeitung v. 14.042009 http://www.allgemeine-zeitung.de/region/bad-kreuznach-bad-sobernheim-kirn/vg-bad-muenster/hallgarten/6681254.htm |